Wie betrifft das meine Arbeit?

Kinderrechte im Alltag bedeuten für Kinder und Jugendliche, dass sie in einer sicheren Umgebung und ohne Diskriminierung leben und aufwachsen können, dass sie sich frei äussern können und ihre Meinung bei Entscheidungen, die andere für sie treffen, berücksichtigt wird. Sie sollen sich darauf verlassen können, dass ihr Wohl bei allen staatlichen Entscheidungen und Handlungen Vorrang hat. Diese vier Prinzipien – siehe hierzu auch das vorhergehende Kapitel – gelten für alle Kinder in allen Lebenssituationen, die sich in der Schweiz aufhalten.

Die erforderlichen Grundlagen dazu sind entsprechende Gesetze und Verordnungen sowie eine definierte Kinder- und Jugendpolitik. Für deren Umsetzung sind in erster Linie staatliche Stellen verantwortlich. Ihre Haltung und ihre Handlungen sollen die sichtbaren Ergebnisse dieser Politik sein, wobei die Kinderrechte eine zentrale Grundlage dieses Handelns bilden.

Kinderrechte sind im Alltag der Politik ein Querschnittsthema, das alle staatlichen Bereiche betrifft. In der Praxis sind Kinderrechte üblicherweise in der Sozial- und Bildungspolitik gut verankert – hierzu zählen die Kinder- und Jugendhilfe, der Kindesschutz und die Kinder- und Jugendförderung. «Fremder» sind die Kinderrechte jedoch in den Institutionen der Finanz-, Verkehrs-, Migrations-, Wirtschafts- und Sicherheitspolitik.

Als Verantwortliche und Mitarbeitende in der kantonalen Verwaltung haben Sie indirekt oder direkt mit Kindern und Jugendlichen zu tun. Sie sind in der Planung, Durchführung, Überprüfung oder Auswertung von staatlichen Aufgaben tätig. Auch wenn Sie nicht direkt mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, so hat Ihre eigene Arbeit Einfluss auf deren Lebensbedingungen.

«Warum kommt Aatifa nicht mehr in die Schule?»

UN-Kinderrechtskonvention:
Art. 28, Recht auf Bildung
Art. 11, Schutz vor rechtswidriger Ausschaffung